
HOHER NUTZEN
Ausprobiert
TIEFEINSTEIGER FÜR ALLTAG UND TOUR
Als Alltagsräder müssen die Tiefeinsteiger einfach funktionieren, ohne Pannen und ohne Wartungsaufwand. Jeden Tag. Sie auch Lastesel für Einkauf und Kindertransport. Und im Alltag gut funktioniert, will man auf Tour nicht missen. Wir haben vier Modelle ausprobiert.
TRETLAGERHÖHE UND KURBELLÄNGE
Ergonomisch wichtige Parameter sind Tretlagerhöhe und Kurbellänge, die oft zu wenig beachtet werden. Sie sind entscheidend dafür, wie leicht man mit den Füßen auf den Boden kommt und wie rund es im Kniegelenk läuft. Hier haben wenige Millimeter eine große Wirkung.
Die Tretlagerhöhe ist abhängig von der Kurbellänge, weil man in der Kurvenneigung nicht mit dem kurveninneren Pedal an den Boden stoßen darf. Ist eine Federgabel montiert, muss das Tretlager wegen des Einfederns etwas höher sein. Die passende Kurbellänge hängt von Körpergröße und Beinlänge ab.
Standard bei City- und Trekkingrädern und mittlerer Körpergröße bis etwa 1,80 m sind 170 mm Kurbellänge. Bei Mountainbikes sind 175 mm Kurbellänge Standard, weil der dann längere Hebelarm beim Pedalieren im Gelände hilft. Alle ausprobierten Modelle haben Kurbeln mit 170 mm Länge. Beim Stevens Aviolo sind die Kurbeln ab Rahmenhöhe 53 cm (bis 1,75 m Körpergröße) 175 mm lang. Die beiden kleineren Rahmenhöhen haben die gleiche Tretlagerhöhe. Das finden wir zu hoch. Beim Velo De Ville A200 XS für kleine Personen würden kürzere Kurbeln in 165 mm Länge besser passen.
Ausprobierte Fahrradmodelle
ÜBERSICHT SYSTEMGEPÄCKTRÄGER
Systemgepäckträger sind sehr praktisch; leider sind die Standards der verschiedenen Hersteller nicht untereinander kompatibel. Sie bieten aber jeweils Adapter an, um Zubehör auf ihrem jeweiligen System nutzen zu können.
AVS ist der Systemstandard des Gepäckträgerherstellers Atran Velo (Atran Velo System). AVS + ist für schwere Lasten und Kindersitze bis 35 kg geeignet.
MIK heißt der Systemstandard von Basil. Der Taschen- und Korbhersteller hat MIK HD für schwere Lasten und Kindersitze vorgesehen.Snapit 2.0 ist der aktuelle Systemstandard von Racktime.
Kid’n’Carry heißt die neue Ergänzung zu Snapit 2.0, mit der auch Kindersitze befestigt werden können. Diese Gepäckträger gibt es aber nicht zum Nachrüsten, weil die Sicherheit des Systems für Kindersitze nur in Verbindung mit dem jeweiligen Fahrrad als Gesamtsystem gewährleistet werden kann.
Bremsen, Beleuchtung, Schloss
Scheibenbremsen sind heute Standard. Ihre Vorzüge: kein Felgenverschleiß und sicheres Bremsen bei Nässe bei hoher Bremsleistung. Die hydraulischen Felgenbremsen am A200 XS überzeugen trotzdem mit sehr sicheren und angenehm weichen Bremsvorgängen. Alle vier Modelle haben einen Nabendynamo. Ihre Scheinwerfer sind aus dem eher preiswerten Regal, reichen aber aus, um gesehen zu werden. Befestigungspunkte für ein Rahmenringschloss sind an allen Modellen vorhanden. Im Alltag eine praktische Lösung und in Verbindung mit einer Einsteckkette zum Anschließen auch sicher genug zum kurzen Abstellen.
Fazit: Jedes der vier gefahrenen Modelle wird in der ihm eigenen Art den Anforderungen im Alltag und auf Tour gerecht. Alle sind auch mit Gepäck ausreichend verwindungssteif und sorglos zu fahren. Bei der Auswahl helfen die Kriterien wie Sitzposition, Design und Körpergröße.
Peter Barzel
Fotos: Stevens, Peter Barzel, ADFC/René Filippek, Hersteller





