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GRENZGÄNGERrouten

ADFC-Qualitätsradrouten Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark, im Süden an Österreich und die Schweiz, im Osten an Polen und Tschechien, im Westen an die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Die hier vorgestellten ADFC-Qualitätsradrouten queren und verbinden als „Grenzgängerrouten“ Länder und Regionen

Vennbahn

Die Vier-Sterne-ADFC-Qualitätsradroute Vennbahn zählt mit ihren 125 komplett asphaltierten Kilometern zu den längsten Bahntrassen Europas und führt durch das Grenzgebiet von Deutschland, Belgien und Luxemburg. Die Reise beginnt in der UNESCO-Weltkulturerbestadt Aachen und führt zum Bahnhof Raeren. Im ersten Abschnitt beeindrucken das Rollefbachviadukt, die historische Altstadt von Kornelimünster und alte Dieselloks in Walheim. Die Trasse verläuft über 25 Kilometer auf belgischem Hoheitsgebiet, komplett umgeben von deutschem Territorium. Vorbei an Roetgen öffnet sich die Landschaft hin zur Tuch­macherstadt Monschau mit ihren Fachwerkhäusern.

Dem Verlauf der Rur folgend geht es erneut nach Belgien in die einzigartige Moorlandschaft des Hohen Venns. Über den geschichtsträchtigen Bahnhof Sourbrodt nahe dem Signal de Botrange – dem höchsten Punkt Belgiens – führt die Route vorbei an den Stauseen von Robertville und Bütgenbach nach Weywertz.Der südliche Abschnitt leitet über das Freiherr-von-Korff-Viadukt in Born, das seit 2023 Belgiens erste Brücken-Kletterwand bietet, durch das Naturschutzgebiet Emmelstal nach Sankt Vith. Durch das Ourtal und den Lommersweiler Tunnel wird Burg-Reuland erreicht. Dessen Burgruine bietet einen weiten Panoramablick. Die Schlussetappe führt vorbei am zweiten großen Tunnel der Vennbahn, der zum Fledermausschutz gesperrt ist. Der Lehrpfad zu den seltenen Fledermausarten, die sich im Tunnel angesiedelt haben, ist einen Abstecher wert. Die Strecke endet am Bahnhof in Troisvierges Luxemburg. 

www.ostbelgien.eu/de/vennbahn


RurUfer-Radweg

Auch die Rur, Rour oder Roer ist ein Grenzgänger in der Region: Sie entspringt im belgischen Hohen Venn. Nach rund 165 Kilometern durch Belgien, Deutschland und die ­Niederlande mündet die Rur bei Roermond in die Maas. Der mit drei ADFC-Sternen ausgezeichnete, etwa 171 Kilometer lange RurUfer-Radweg begleitet den Fluss und bietet mit zehn „Extra-Schleifen“ die Möglichkeit für Abstecher in die Region.

Mitten in der urwüchsigen Natur beim bel­gischen Signal de Botrange startet die Tour und führt über das Hohe Venn, ein mitteleuropäisches Hochmoor-Ökosystem (siehe Vennbahn), das seltenen Tierarten wie dem Birkhuhn Lebensraum bietet, flussabwärts nach Monschau. Anschließend geht es durch das tiefe Kerbtal der Rur, flankiert von steilen ­Schieferfelsen, bis zum Rursee und zum Nationalpark Eifel. Der Nationalpark ist auch Internationaler Sternenpark. Es gibt Sternen­führungen, aber auch auf eigene Faust lässt sich an Sternbeobachtungspunkten der Nachthimmel genießen.

Über den Staudamm Schwammenauel gelangt man nach Heimbach. Beim sehenswerten Jugendstilkraftwerk zeigt sich die eindrucksvolle Energie des Wassers. Nach und nach wird Richtung „Papierstadt“ Düren aus der hügeligen Eifellandschaft ein weites Auengebiet. Kurz darauf lädt Jülich mit seiner italienischen Renaissance-Zitadelle zu einem historischen Exkurs. Entlang der nun ruhigeren Rur geht es ins Heinsberger Land: sehenswerte Herrenhäuser, Wasserschlösschen und zauberhafte Seen, wie der Adolfosee oder der Effelder Waldsee, säumen den Weg und laden zu Pausen ein. Die Altstadt vom niederländischen Roermond markiert den Endpunkt der Route. 

www.rurufer-radweg.de


Saar-Radweg

Die Saar entspringt in den französischen Vogesen und mündet nach etwa 227 Kilometern bei Konz in die Mosel. Auf ihrem Weg durchfließt sie zunächst Frankreich, bildet ein kurzes Stück der deutsch-französischen Grenze und passiert anschließend die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Der 2026 erneut mit vier ADFC-Sternen ausgezeichnete Saar-Radweg folgt dem grenzüberschreitenden Flusslauf auf rund 110 Kilometern von Sarreguemines bis zur Mündung.

Die Tour startet also in Sarreguemines, dessen Zentrum von Jugendstilbauten geprägt ist. Entlang eines ehemaligen Leinpfads führt der Weg nach Saarbrücken. Dort lässt sich im Nauwieser Studentenviertel in Cafés und Bars die saarländisch-französische Lebensart genießen. Die Nachbarstadt Völklingen hingegen ist für ihre Industriekultur und die UNESCO-Welterbestätte Völklinger Hütte bekannt. Noch bis zum 15. November findet hier die Urban Art Biennale statt. Seit 2011 wird das Areal alle zwei Jahre zum Partner für die Kunst, die sich aus Street Art und Graffiti entwickelt hat.

Weiter flussabwärts verweist Saarlouis mit den Bauten des bekannten Festungsbaumeisters Vauban auf die französische ­Vergangenheit. Zwischen Merzig und Mettlach liegt der landschaftliche Höhepunkt der Tour: die spektakuläre 180-Grad-Kurve der Saar. Der Aufstieg auf den Aussichtspunkt Cloef belohnt mit einem atemberaubenden Blick auf die Saarschleife. Vorbei am Hauptsitz von Villeroy & Boch im geschichtsträchtigen Mettlach führt der Weg in das pittoreske Saarburg, das mit Fachwerkhäusern und einem 20 Meter hohen Wasserfall beeindruckt. Die Route endet schließlich an der Saarmündung in Konz.

www.urlaub.saarland

Bodensee-Radtour

Der Bodensee ist mit rund 270 Kilometern Uferlänge das drittgrößte Binnengewässer Mitteleuropas und liegt auf knapp 400 Metern Höhe. Das Ufer teilen sich Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auf dem mit drei ADFC-Sternen zertifizierten Bodenseeradweg lässt sich der See fast durchgehend nah am Wasser umrunden – am besten im Uhrzeigersinn. Über 100 Badestellen sowie ein dichtes Netz an Schiffen und Bahnen machen die einzelnen Etappen für Radfahrende besonders flexibel.
Idealer Ausgangspunkt ist Konstanz mit seiner historischen Innenstadt. Von hier führt der Weg über die Rheinbrücke zunächst entlang des Überlinger Sees, vorbei an der Blumeninsel Mainau, den Pfahlbauten in Unteruhldingen und der Wallfahrtsbasilika Birnau. Weiter geht es über die Burg Meersburg, das ­Eriskircher Ried und Friedrichshafen bis zur historischen Insel Lindau.
Nach dem Grenzübertritt nach Österreich passiert die Strecke die Bregenzer ­Seebühne und das artenreiche Rheindelta, das mit naturnahen Feuchtwiesen und Schilfröhricht Lebensraum für über 330 Vogelarten bietet. Auf Schweizer Seite radelt man über Romanshorn und Kreuzlingen weiter zum idyllischen Untersee. Prächtige Bauwerke wie Schloss Arenenberg, Schloss Castell oder historische Fachwerkhäuser in Gottlieben und Mammern begleiten den Weg, bevor bei Stein am Rhein der Fluss aus dem See tritt. Vorbei an Radolfzell schließt sich der Kreis in Konstanz. Neben Natur und Kultur laden im Spätsommer und Herbst zahlreiche Weinfeste zum Verweilen ein. Heimischer Bodenseewein, frische Fischgerichte und regionaler Käse sind eine prima Stärkung. 

www.bodensee.eu/de

Fotos: Deutsche Bodensee Tourismus GmbH/Dietmar Denger, vennbahn.eu/Dominik Ketz, Dennis Stratmann, TZS/Eike Dubois, 
Regio e.V./KD-Studio