Deutschland verfehlt Radverkehrsziele
Nationaler Radverkehrsplan Im Juni hat das Bundesministerium für Verkehr eine Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP 3.0) veröffentlicht. Sie zeigt deutlich: Deutschland verfehlt seine Radverkehrsziele in nahezu allen zentralen Bereichen. Dazu gehören Lücken im Radwegenetz, zu wenig Geld für den Ausbau und kaum Fortschritte bei der Verknüpfung mit dem ÖPNV. Besonders kritisch ist die stagnierende Verkehrssicherheit: Die Vision Zero, also das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten deutlich zu senken, liegt in weiter Ferne. Zudem geht die Fahrradnutzung von Kindern und Jugendlichen zurück. Das Ziel flächendeckender, attraktiver und sicherer Radwegenetze bis 2030 ist mit dem bisherigen Tempo und der aktuellen Finanzierung kaum erreichbar.
„Wir sind alarmiert vom schwachen Umsetzungsstand des Nationalen Radverkehrsplans und fordern einen Bund-Länder-Vertrag sowie eine verlässlich finanzierte Fahrradmilliarde vom Bund, um ein sicheres und gut ausgebautes Alltagsradnetz in Deutschland endlich verbindlich voranzubringen. Zufriedene Verkehrsteilnehmer stärken das Vertrauen in die Demokratie – und das muss für die Nutzerinnen und Nutzer aller Verkehrsmittel gelten“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann. Im vom ADFC geforderten Bund-Länder-Vertrag sollen verbindliche Ausbauziele für ein bundesweit abgestimmtes Radwegenetz und dessen kontinuierliche Anpassung festgeschrieben werden. Darin müssen außerdem klare Verantwortlichkeiten benannt und langfristig gesicherte Finanzierungs- und Qualitätsstandards vorgegeben sein. Eine verbindliche Monitoring- und Berichtspflicht macht Fortschritte und Lücken beim Ausbau sichtbar. Der Bund-Länder-Vertrag soll den Ausbau bis 2030 steuern und die Weiterentwicklung des NRVP auch nach 2030 absichern.
Foto: ADFC/Gerhard Westrich

